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Radsportlegenden "200 Jahre Fahrrad"

Flöha. Während der Herbstferien wurde die Aula des Pufendorf-Gymnasiums zur Ausstellungsfläche. Unter dem Titel „200 Jahre Fahrrad“ waren Räder aus verschiedenen Epochen zu sehen. Darunter berühmte Rennräder, die das Herz von Radsportfans höherschlagen lassen , wie das von unserem Sportreporter, Kurt Lange. Erinnerungen an die Zeit, in der die DDR mit Sport Politik machte, wurden bei einem Podiumsgespräch wach. Den Veranstaltern, von der IG Mittelsächsisches Turn– und Sportmuseum, war es gelungen zahlreiche Radsportlegenden zusammenzubringen.
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Einige davon hatten ihr Karriere in Flöha begonnen. Wie Harald Wolf, er war Mitglied der DDR-Nationalmannschaft. 1980 nahm er an den Olympischen Spielen in Moskau teil. Dort stellte er einen Weltrekord im 4000-Meter-Einzelzeitfahren auf. Auch die Radsportkarriere von Dieter Wiedemann begann in Flöha. Er startete mehrmals bei der Friedensfahrt. 1964 gab es Platz 3 in der Gesamtwertung. In der Mannschaftswertung sicherte sich das Team um Kapitän Täve Schur den Sieg.

Im Jahr 1964 verlässt Dieter Wiedemann die DDR und wird in der BRD Berufsfahrer. Er nimmt an Weltmeisterschaften teil und fährt zahlreiche berühmte Radrennen. 1967, startet er bei der Tour de France. Im härtesten Radrennen der Welt erreicht er Platz 52. Der Weggang aus der DDR beendete die vielversprechende Radsportkarriere seines Bruders Eberhard. Auch Wolfgang Lötzsch blieb die internationale Karriere verwehrt. Er galt als eines der größten Radsporttalente der ehemaligen DDR. Die damaligen Elitefahrer wurden von ihm regelmäßig besiegt. Seine Weigerung in die SED einzutreten ließ den Traum von den ganz großen Rennen platzen.

Einer, der sich für politisch verfolgte Sportler immer stark gemacht hatte, war Wolfgang Schoppe. Der Radsportfunktionär stand der Kommission BSG-Rennsport im DRSV, dem Radsportverband der DDR, vor. In dieser Funktion organisierte er zahlreiche Rennen für Fahrer, die nicht von der staatlichen Sportförderung profitierten. Mit in der Runde saß auch Christian Pyttel. Von „Täve“ Schur wurde er einst als Weltmeister der Fahrradmechaniker bezeichnet.

Der gebürtige Flöhaer war die Koryphäe des Rahmen- und Rennradbaus in der DDR. Mitgebracht hatte er ein von ihm gebautes Rad das einst von Olympiasieger und Weltmeister, Olaf Ludwig, gefahren wurde. Der Abend bot aber nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Radsports. Trail-Spezialist, Marco Härtel, zeigte was mit dem Fahrrad alles möglich ist.

Ganz anders mit dem Fahrrad unterwegs sind die Kunstradfahrer vom LSV Langenberg/Falken. Kunstradfahren in Vollendung beherrscht Lydia Eidner. Mit der Fahrradausstellung und dem Rahmenprogramm wurde Flöha ihrem Ruf als Sportstadt wieder einmal voll und ganz gerecht.